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Erste Idee für Realschulerweiterung steht

Die Entscheidung ist gefallen: Der Entwurf eines Teams des Architekturbüros hautau.winterhalter und der Landschaftsarchitekten AG Freiraum aus Freiburg hat das Rennen im Realisierungswettbewerb zur Erweiterung der Realschule Lemgo gemacht. Der Siegerentwurf dient nun als Grundlage für die Planung der Baumaßnahmen, sofern die Politik zustimmt.

„Die Entscheidung fiel dem Preisgericht nicht leicht, allerdings war das in diesem Fall ein Luxusproblem, weil bei den Entwürfen viele sehr gute Arbeiten dabei waren. Nach einem intensiven Wettbewerbsverfahren haben wir nun tolle Preisträger mit guten Ideen dafür gefunden, wie man den Katalog von Anforderungen für den Erweiterungsbau am besten umsetzt“, freute sich Bürgermeister Markus Baier.

Auf dem Gelände des Schulzentrums Heldmanskamp soll die Realschule Lemgo erweitert werden. Im Rahmen dieses Hochbauprojektes soll der Schulhof neu strukturiert und eine bessere Durchlässigkeit und Einbindung in das umliegende Quartier erreicht werden. Die Festlegung auf den Wettbewerb erfolgte aufgrund der zu erwartenden Kosten sowie um Konzepte mit hoher architektonischer und gestalterischer Qualität zu finden. Außer der Schwimmhalle, die heute als Mensa genutzt wird, und dem Hausmeistergebäude steht die gesamte Realschule unter Denkmalschutz. Das Hauptgebäude soll im Anschluss an die Erweiterung saniert werden.
Maria Chudzian von Drees & Huesmann Stadtplaner PartGmbB in Bielefeld hatte das Wettbewerbsverfahren begleitet und erklärte den Ablauf. Teilnahmeberechtigt waren Bewerbergemeinschaften bestehend aus Architekten und Landschaftsarchitekten. In einem europaweiten und anonymen Verfahren waren aus den 219 Bewerbergemeinschaften, die während der Bewerbungsphase im Sommer 2021 Interesse bekundet hatten, 15 Teams ausgelost worden, die allesamt einen Entwurf eingereicht hatten. Ein 25-köpfiges Preisgericht aus Fachpreisrichtern, Politik, Verwaltung und unmittelbar Beteiligten hatte Ende Februar die drei ersten Plätze sowie zwei Anerkennungen ausgewählt.

Einig waren sich die Erst- und Zweitplatzierten aus Freiburg bzw. Hamburg, dass die Beschäftigung mit dem Projekt einen großen Spaß für die Beteiligten bedeutete und das nicht trotz, sondern wegen der Herausforderungen durch die Vielgliedrigkeit der gegebenen Einflüsse und Einschränkungen durch den Denkmalstatus bestehender Schulgebäude. 93.000 Euro Preissumme verteilt sich anteilsmäßig auf die drei Erstplatzierten sowie zwei Anerkennungen.

Frank Winterhalter vom erstplatzierten Architekturbüro Hautau.Winterhalter beschrieb die beiden Leitfragen, die sich sein Büro gestellt hatte: Wie geht man mit dem Denkmal um? Und wie lassen sich die pädagogischen Ansätze der Schule im Gebäude umsetzen? Für Hautau.Winterhalter bedeutet das, einen möglichst großen Schulhof zu erhalten, Außenräume grün zu gestalten und neue Wege anzulegen. Im Erweiterungsbau, am südlichen Rand des Schulgeländes gelegen, bietet das Erdgeschoss Raum für den Ganztag, die Bücherei, Lehrküche sowie Aufenthalts- und Lehrerbereiche. Darüber gibt es je ein Geschoss für die Jahrgangsstufen fünf und sechs mit mehreren Klassen-, Differenzierungsräumen und offen gestalteten Lernnischen. Eine Dachbegrünung, eine Holzfassade und ein Lüftungs- und Beschattungssystem runden das Gebäude ab. Das MINT-Labor hat die Bewerbergemeinschaft in ihrem Entwurf in das denkmalgeschützte Toilettenhaus mit einem anschließenden neuen Werkhof geplant.

Schulleiterin Dorit Meier freut sich, dass die Planung widerspiegele, dass Schule eben mehr ist als „nur“ Unterricht. „Man könnte meinen, Schulgebäude gibt es ja viele, aber am Ende ist ein Schulgebäude genauso individuell wie das Lernen eines Schülers oder einer Schülerin. Wir können es uns gut vorstellen, unser Tun in den vorliegenden Entwürfen umzusetzen“, sagte Dorit Meier. Außerdem richtete sie großen Dank an die Stadtverwaltung dafür, dass die Realschule von Anfang an in die Planungen einbezogen war, sodass am Ende nun gute Gedanken und tolle Ideen stehen.
„Gebäude kommen in die Jahre und Bedarfe steigen, das ist ein immer laufender Prozess. Das liegt zum einen am Wandel zum Ganztag hin und zum anderen daran, dass Lemgo ein attraktiver Schulstandort ist“, erklärte Bürgermeister Markus Baier. Im nächsten Schritt wird die Planung dem Gemeinsamen Betriebsausschuss vorgestellt. Im Anschluss erfolgen Feinarbeiten an der Planung und ein Genehmigungsverfahren. Für die Maßnahmen möchte die Stadt möglichst Fördermittel einwerben, die den Zeitpunkt des Baustarts maßgeblich beeinflussen werden. Gleichzeitig ist die Sanierung des Altbestands der Realschulgebäude zu koordinieren. Ein Baustart im nächsten Jahr ist anvisiert. Die Arbeiten werden insgesamt mehrere Jahre dauern.

Alle eingereichten Bewerbervorschläge bewegen sich nach einer groben Schätzung der reinen Baukosten in einem Bereich zwischen sechs und acht Millionen Euro, der Gewinnerentwurf liegt dabei im Mittelfeld. Hinzu kommen noch Kosten für Landschaftsarchitektur, Planung, Ausstattung und mehr. Die Stadt rechnet aber auch mit Lebenszykluskosten, die aussagekräftiger sind als die reinen Baukosten. Dabei werden die zu erwartenden Kosten über den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes hinweg berücksichtigt.

Foto: (von links) Die erstplatzierten Architekten Frank Winterhalter und Ulrike Hautau, Schulleiterin Dorit Meier, Bürgermeister Markus Baier und der Zweitplatzierte Christian Dahle. (Foto: Alte Hansestadt Lemgo)

  1. Platz: Bewerbergemeinschaft hautau.winterhalter:architekten, Freiburg im Breisgau (Ulrike Hautau und Frank Winterhalter), mit AG Freiraum Landschaftsarchitekten PartGmbB, Freiburg im Breisgau (Jochen Dittus und Andreas Böhringer)
  2. Platz: SCHALTRAUM Dahle-Dirumdam-Heise Partnerschaft von Architekten mbB, Hamburg (Christian Dahle, Christian Dirumdam und Timo Heise), mit MERA Landschaftsarchitekten Partnerschaft mbB, Hamburg (Nils Krieger)
  3. Platz: Klein.Riesenbeck + Assoziierte GmbH, Warendorf (Helmut Riesenbeck), mit wwk Partnerschaft für Umweltplanung, Warendorf (Hildegard Weil-Suntrup)Anerkennungen:Gössler Kinz Keber Schippmann Architekten PartG mbB, Berlin (Paul Gössler), mit LA.BAR Landschaftsarchitekten, Berlin (Rüdiger Amend), unddv architekten, Dachau (Dorothea Voitländer und Konrad Deffner), mit Höke Landschaftsarchitektur Umweltplanung, Bielefeld (Stefan Höke)

* Quelle: Stadt Lemgo

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